1. Tag Ankunft in Chendu

Nachdem ich gestern um 8.50h losgefahren bin, erreichte ich zusammen mit dem Rest der Delegation um 11.45h Chendu, China. Zwischendurch war Umsteigen in Peking angesagt, wo ich zum ersten Mal asiatischen bzw. chinesischen Boden betreten habe. Irgendwie schon ein erhebendes Gefühl das zu tun.

Flughafenstimmung in Peking

Die chinesische Seite des Besuchskomitee sollte uns eigentlich nur zum Hotel bringen, fand aber, dass wir was essen müssen. Und? Es war herrlich… Frische Zutaten insbesondere Chili und Lauch, sowie gehackte Nuesse. Kleingehacktes Fleisch mit Knochen – fuer mich immer ein Zeichen, dass die Leute wissen, was sie essen – und neue Geschmackserlebnisse.

Nach dem unverhofften Festmahl bin ich mit der 26stuendigen Anreise versöhnt und gespannt was noch kommt. Gleich geht es weiter zum chinesischen Gewerkschaftsbund. Es soll einen ersten informelle Austausch geben.

So. Und nun lieg ich müde und satt im Bett. Der Tag läuft Revue und ich bin Hin- und Hergerissen. Mein China-Klischee wackelt und das Gefuehl 9000km von zu Hause weg zu sein, will sich auch nicht einstellen. Von Starbucks bis zur italienischen Eisdiele; von H&M bis Prada ist alles vertreten und wird auch mit grossem Selbstbewusstsein getragen und gezeigt. Voll der Westen hier. Zumindest da wo wir sind. Wir sind in der Innenstadt einer 15Mio-Metropole, knapp 200m von einer Fußgängerzone entfernt.

Apropos Voll der Westen. Hier und da haengen zwar noch rote Fahnen und eine mordsgrosse Mao-Figur steht rum. Aber das wars dann mit kommunistischer Symbolik im Strassenbild. Bis auf die Schrift, fällt mir insgesamt wenig auf, was daran erinnert in China zu sein. Und das fühlt sich irgendwie seltsam an, weil mir der Flug doch in den Knochen hängt und ein wenig mehr Exotik hätte es dafür schon sein dürfen.

Tai Chi – Gruppe am Gewerkschaftszentrum

Aber ich bin ja nicht der Exotik wegen da, sondern zum politischen Austausch und die Diskussion mit den chinesischen KollegInnen war im Übrigen sehr interessant. Wie macht man das denn: Sich von einer sozialistischen Massenorganisation zu einer demokratisch gewählten Interessenvertetung entwickeln? Sozialistische Massenorganisation heißt hier, dass die Gewerkschaften auf allen Ebenen in allen Fragen des Arbeitslebens die operative Umsetzung tragen und gleichzeitig Inhalte und Positionen der Partei vertreten sollen. Neben der Interessenvertretung kümmern sich die Gewerkschaften auch noch um die Themen die hier der Sozialapparat von Arbeitsamt bis Volkshochschule wahrnimmt.

Vielleicht bringen die naechsten Tage Klarheit…

Nach dem Diskutieren gings zum Essen: Authentische Kueche aus Sichuan: Viel Scharf! Aber nicht diese jeden Geschmacksnerv tötende Schärfe, die ich aus asiatischen Restaurants in Deutschland kenne, sondern ein variantenreiches und geschmacklich wirklich differenziertes Geschmackserlebnis, wo mit der Schärfe vorneweg gespielt wird, um dann Platz für ganz viel Gaumenfreude zu machen. Geschmacksträger war reichlich Gemüse und diesmal: Innereien… Hier kommt halt nix um.

Nur ich. Vor Müdigkeit…


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3 Gedanken zu “1. Tag Ankunft in Chendu

  1. Da bin ich mal gespant, wie sich im Laufe des China-Trips der Kampf Gaumenfreuden vs. Politik entwickelt:-))
    Wie immer, eine ganz feine Schreibe!!!
    Gerne mehr…

  2. Nur Geil – absolut!
    LG aus dem Siegerland und bring die kulinarischen Genüsse ruhig mit. :-)

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