{"id":998,"date":"2019-10-01T16:06:33","date_gmt":"2019-10-01T14:06:33","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=998"},"modified":"2019-10-04T09:39:51","modified_gmt":"2019-10-04T07:39:51","slug":"great-transformation-jena-tagungsbericht-tag-5-und-fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=998","title":{"rendered":"Great.Transformation.Jena Tagungsbericht Tag 5 und Fazit!"},"content":{"rendered":"<p>Freitag morgen. Der f\u00fcnfte Tag bricht an und ich habe das Gef\u00fchl, das die Woche wie im Flug vergangen ist. Nun gilt es noch die letzten Veranstaltungen mitzunehmen, aber vorher muss die ferienwohn aufger\u00e4umt und gepackt werden.\u00a0Das mache ich mit\u00a0ein wenig Wehmut, weil mir diese Einraumwohnung doch sehr gut gefallen hat und ich mich dort auch wohlgef\u00fchlt habe. Aber hilft ja nix. Den Rucksack noch schnell im Schlie\u00dffach am Bahnhof verstaut und los geht&#8217;s.<\/p>\n<p>Ich hatte mich f\u00fcr das Panel &#8222;Sinnvolle Arbeit &#8211; Arbeit neu denken in der Postwachstumsgesellschaft&#8220; entschieden, obwohl es auch eine interessant besetzte Podiumsdiskussion zur digitalen Transformation gab, aber da h\u00e4tte ich ja selber sitzen k\u00f6nnen. Nun sollte sich meine Entscheidung\u00a0auch nicht als das Gelbe vom Ei erweisen. Die Veranstaltung war n\u00e4mlich keinesfalls als Serie interessanter Vortr\u00e4ge zum Thema mit anschlie\u00dfender Diskussion angelegt, sondern als open space. Und das ist ja nunmal eine Methode, die gekonnt sein will. Das f\u00e4ngt beim Zeitmanagement an, h\u00f6rt beim Themenmarktplatz nicht auf und wer\u00a0Themen clustert, sollte das nicht um jeden Preis machen. Ich war bedient und bin dann gegangen. Ich muss mir nicht mehr alles geben.<\/p>\n<p>Nachdem ich die gewonnene Zeit sinnvoll\u00a0verbracht habe\u00a0und durch den botanischen Garten\u00a0geschlendert bin,\u00a0stand\u00a0zum guten Ende\u00a0die Abschlussveranstaltung auf der Tagesordnung.\u00a0Hartmut Rosa, Klaus D\u00f6rre und Stephan Lessenich lie\u00dfen die Tage Revue passieren und diskutierten munter \u00fcber die Grenzen der Soziologie bzw. ihren gesellschaftspolitischen Auftrag und die Generierung wissenschaftlicher Wahrheit, die sich f\u00fcr Rosa in der Auseinandersetzung mit Gesellschaft immer wieder erweisen muss und einer empirischen Wissensproduktion im Wissenschaftssystem, die Wahrheit quasi produziert. Sehr launig und klug nahmen sich die drei genauso auf die Schippe, wie es Leute tun k\u00f6nnen, die acht Jahre lang gut zusammen gewirkt haben. Es war ein sch\u00f6ner Abschluss der Tagung auch wenn es keine richtige Antwort auf die Frage, wie es weitergeht mit der Postwachstumsforschung in Deutschland, wenn der Rahmen der DFG-Forscher_innengruppe nun wegf\u00e4llt. Ein solcher Nukleus scheint mir dringend von N\u00f6ten! Es gibt noch so viel zu tun und denken.<\/p>\n<p>Apropos denken. Zum Schluss m\u00f6chte ich noch ein Fazit ziehen, in dem ich ein Bild entwickele, wo die\u00a0Themen des Transformationsdiskurses liegen.<br \/>\nZun\u00e4chst scheint mir der physikalische Rahmen sozialen Handelns gesetzt. Klimawandel und Ressourcenknappheit sind die Faktoren, die gesellschaftliche Entwicklung treiben werden und zwar auf allen Ebenen.<\/p>\n<ol>\n<li>Da geht es zun\u00e4chst um eine Wiederbelebung der Sozialstrukturanalyse, die ausloten muss, welche Formationen da sind, entstehen oder verschwinden und welche mit welcher in welchen Austauschbeziehungen steht.<\/li>\n<li>Das gilt insbesondere auch f\u00fcr die Betrachtung der Arbeitsbeziehungen, die eben nicht nur durchs Klima, sondern auch durch Konjunktur und Computer, sprich Digitalisierung beeinflusst werden.<\/li>\n<li>Mir erscheinen die Ans\u00e4tze mit Bourdieu, Gramsci oder wem auch immer die kulturelle Dimension gesellschaftlicher Formationen und ihrer Auseinandersetzungen sowohl in der Sozialstrukturanalyse als auch in der Arbeitssoziologie st\u00e4rker zu betonen, mehr als hilfreich, sondern zwingend notwendig.<\/li>\n<li>Daran ankn\u00fcpfend erscheint aus dem Ansatz politischer Beratung heraus, die Frage erfolgreicher Narrative f\u00fcr die gro\u00dfe Transformation, genau wie die Widerst\u00e4nde dagegen eine\u00a0wichtige Aufgabe soziologischen Tuns auf allen Ebenen\u00a0zu sein, von der Gesellschaft bis hin zum Betrieb oder dem Verein.<\/li>\n<li>Diese Narrative werden meiner Meinung nach immer auch die Krise und das Versagen des Kapitalismus als System diskutieren m\u00fcssen, weshalb auch die Frage komplexer Gesellschaftstheorie auf der Tagesordnung steht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das sind so die f\u00fcnf Punkte, die mir wie ein roter Faden durch diese gro\u00dfartige Woche erscheinen. Das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich damit zusammen, dass ich nicht mit allen 1300 Teilnehmer_innen gesprochen habe oder alle der sicherlich mehr als 300 Veranstaltungen besucht habe. Von daher freue ich mich aber von anderen Eindr\u00fccken der Tagung mitzubekommen. Und vielleicht gelingt es ja auch den wunderbaren Geist und die Stimmung dieser Konferenz in die kommende Arbeit mitzunehmen.<br \/>\nIch w\u00fcrde es mir sehr w\u00fcnschen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag morgen. Der f\u00fcnfte Tag bricht an und ich habe das Gef\u00fchl, das die Woche wie im Flug vergangen ist. 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