{"id":832,"date":"2016-07-26T08:14:14","date_gmt":"2016-07-26T06:14:14","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=832"},"modified":"2016-07-26T08:14:14","modified_gmt":"2016-07-26T06:14:14","slug":"91-etappe-carrios-de-los-condes-sahagun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=832","title":{"rendered":"91. Etappe: Carrios de los Condes &#8211; Sahagun"},"content":{"rendered":"<p>Uppsa. Die zwei \u00d6chtele als Absacker an der Theke, verbracht mit einer Slowakin, die seit 16 Jahren in London lebt und nun nun nach dem Brexit ernsthaft \u00fcberlegt, wieder in die Slowakei zu gehen, waren zwar klug angelegt, weil es ein interessantes Gespr\u00e4ch war, aber eben zum falschen Zeitpunkt, geht es doch heute um knapp vierzig Kilometer. Aber ein weiterer hilfreicher Impuls, erstens die Einsch\u00e4tzung zu verbreiten, da\u00df die BritInnen nicht gewu\u00dft haben, was sie da tun oder eben strunzdoof sind. Zweitens, und das ist evtl. fundierter, die Aufforderung zu ver\u00f6ffentlichen doch bitte sch\u00f6n, diese Europ\u00e4ische Union Lissabon-Strategie und Bologna-Beschl\u00fcsse schleifen zu lassen und eine Strategie Guten Lebens, adaptierend die Konzepte des buen vivirs aus Lateinamerika, zum Gegenstand des politischen Diskurs und der administrativen Umsetzung zu machen. Die slowakische Kollegin hat als Managerin eines Textilkonzerns jedenfalls sofort verstanden, worum es geht.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von alle dem bin ich um halb acht auf der Stra\u00dfe und versuche von Anfang an die Gesamtl\u00e4nge der Strecke aus dem Kopf zu kriegen, sondern an die n\u00e4chste Landmarke, sei es ein Aussichtspunkt oder eine Ortschaft zu denken. Die sind dankenswerterweise im Wanderf\u00fchrer vermerkt, so da\u00df ich mich daran orientiere. Und so habe ich gleichzeitig immer eine Orientierung, wie ich unterwegs bin, ob ich renne oder schleiche und wieviel Zeit ich mir f\u00fcr die Pausen lassen kann. Die erste l\u00e4ngere Pause kommt ganz vorschriftsm\u00e4\u00dfig nach zwei Stunden und wird fast fr\u00e4nkisch. Mitten in der Pampa, aber eben zum richtigen Zeitpunkt hat jemand, der mitgedacht hat seinen Container aufgestellt, um den herum er sein Freiluftcafe betreibt. Soweit so gut. Was macht der Kerl morgens um halb zehn? Richtig, er hat den Grill schon im Betrieb und ich sehe d\u00fcnne, helle W\u00fcrstchen. Ich frage nach. Ja, Schwein. Nein, kein Piment, keine Chorizo. Ja, k\u00f6nnt ich im Weck haben. Und dann sitze ich, westf\u00e4lischer Arbeitsmigrant nach Unterfranken, da und m\u00fcmmel mit einer Freude an meinem Bratwurstweck, da\u00df mancher geborene Franke blass werden w\u00fcrde. So ein Spa\u00df. Vor allem auch die befremdlich bis angewidert guckenden Menachen anderer Fr\u00fchst\u00fcckskulturen&#8230; Manchmal mu\u00df man halt Flagge zeigen.<\/p>\n<p>So hangele ich mich durch die wohl flachste Ebene, die ich je zu Fu\u00df betreten habe, von Landmarke zu Landmarke, kehre hier ein und dort, kriege an einer Stelle noch ganz tolle Empanadas, die hausgemacht sind, habe dort auf einem H\u00fcgel von Haush\u00f6he einen fantastischen Rundumblick und komme so ins Ziel. Nat\u00fcrlich bin trotz aller Psychohampelei und Selbstbetrug k\u00f6rperlich a weng geschafft. Da trifft es sich ganz gut, da\u00df die avisierte Herberge vorm Stadttor, also dem mittelalterlichen liegt und ich die Besichtigung auf morgen verschieben kann. Ich checke ein, entdecke ein funtionierendes Resto und beschlie\u00dfe diesen Fleck Erde heute nicht mehr zu verlassen. Und das war fast weise. Ein wenig geduckelt, ein wenig gelesen, fast spanisch erst um acht zum Essen geschlendert und mittlerweile wiederhergestellt. Ab morgen wirds allerdings lustig. Die gute Fu\u00dfcreme, die ich in Stra\u00dfburg ahfgetan hat, geht zu Ende. Also gilt es in einer der hiesigen Farmacias ein \u00e4hnliches Produkt aufzutreiben. Da das sprachlich ja anstrengend werden kann, hab ich Tube nun nah am Mann. Ich schweife ab. Essen war ok. Ne gescheite, halbwarme Gem\u00fcsesuppe mit Erbsen, M\u00f6hren, Pilzen und Porree (f\u00fcr den Sahagun ber\u00fchmt ist) vorneweg und dann Bauernh\u00fchnchen von hinterm Haus, gegrillt. Das finde ich in Spanien n\u00e4mlich super. Die schneiden das H\u00e4hnchen an der Wirbels\u00e4ule auseinander (schon tot nat\u00fcrlich. Nur das hier keine Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse auftauchen) und dr\u00fccken die H\u00e4lfte platt und legen die so auf den ganz normalen Grill. Die Hitze verteilt sich halbwegs gleich und kein Mench braucht einen Weber-Spezial-und-Extrateuer-Krams. Lecker wars auch. Nu bin ich satt und auch schon wieder m\u00fcde. Was soll ich mehr wollen? Oder wie sch\u00f6n kann das sein&#8230;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uppsa. 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