{"id":782,"date":"2016-07-11T17:28:06","date_gmt":"2016-07-11T15:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=782"},"modified":"2016-07-11T17:28:06","modified_gmt":"2016-07-11T15:28:06","slug":"78-etappe-roncesvalles-zuriain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=782","title":{"rendered":"78. Etappe: Roncesvalles &#8211; Zuriain"},"content":{"rendered":"<p>Ich werde gegen halb sechs wach, gucke aus dem Fenster, sehe eine wei\u00dfe Wand und denke mir, ihr k\u00f6nnt mich mal. Dann lege ich mich gepflegt wieder hin und nehme das Tagewerk erst gegen acht Uhr wieder auf. Nachdem ich n\u00e4mlich gestern schon nix von der Landschaft hatte, will ich der Sache heute eine Chance geben. Also zivilierte Morgentoilette inklusive Rasur, dann zum Fr\u00fchst\u00fcck, was nach dem petit dejeuner der letzten Monate schon fast \u00fcppig war, weil es zwei Scheiben K\u00e4se und zwei Scheiben gekochten Schinken gab. Dazu eine Orange und eine Nektarine. Leider keinen Joghurt, aber ich kann nunmal nicht alles haben. Lecker wars und ich um Neun auf der Stra\u00dfe. Der Nebel l\u00f6ste sich langsam auf und hing dann nur noch zwischen den Bergspitzen und wurde von der steigenden Sonne angestrahlt. Das war schon herrlich anzuschauen und als sich auch der letzte Rest in Wohlgefallen aufgel\u00f6st hatte, war es ein wolkenloser Sommertag wie er sein soll.&nbsp;<\/p>\n<p>Da es mein erster Tag nach dem Grenz\u00fcbertritt war und dieser Camino Frances ja der Hotspot unter den Jakobswegen, und das nicht erst seit Hape Kerkeling, ist, war ich auch gespannt, wer mir da alles vor die F\u00fc\u00dfe f\u00e4llt. Und ich war \u00fcberrascht. Zun\u00e4chst mal n\u00e4mlich niemand, weil die alle schon weg waren. Vielleicht werden die alle nach der Fr\u00fchmesse um Sieben aus der Herberge gekehrt und m\u00fcssen los. Damit hatten die fast zwei Stunden Vorsprung und ich meine Ruhe. So nach und nach begegnete mir dann doch das ein oder andere Gr\u00fcppchen und ich konnte mal ein wenig gucken. Empirische Befunde sind das jetzt auch nicht, aber mal soviel. Das Publikum wird j\u00fcnger, was insbesondere an den spanischen KollegInnen liegt, die den Weg -hm, wie sag ich das denn jetzt???- als lange Drosselgasse oder Wanderwellness oder Saisonabschlu\u00dffahrt oder Abiabschlu\u00df-Ged\u00f6ns mit g\u00fcnstigen Unterk\u00fcnften links und rechts inklusive internationalem Publikum nutzen. Nix dagegen einzuwenden, es wird halt nur lauter -die quatschen in einer Tour- und a weng mehr Laufsteg ist auch, weil hie und da Tesosteron und \u00d6strogene in der Luft h\u00e4ngen. Ihren Beitrag dazu leisten auch All American Boys and Girls f\u00fcr die ein paar Tage auf dem Camino zum Eurotrip dazugeh\u00f6ren, bevor sie zu San Fermin den Hemingway in Pamplona geben. Dann gibt es Einzel- und Gruppenwanderer, zumeist \u00e4ltere Semester, denen das Ernst ist bzw. die das mal machen wollen. Hinzu kommen asiatische Manga-Leute, die bei 32Grad mit Handschuhen und Gesichtsschutz unterwegs sind. Einige Italiener sind auch auf dem Weg, aber die treff ich erst sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Nach ein paar Stunden mit vielen Kurzstopps zum Schuhe nachbinden, trinken und fotografieren laufe ich in den Zielort ein und werde b\u00f6s von der neuen Quantit\u00e4t des Weges \u00fcberrascht. Nach drei ergebnislosen Anfragen, ob denn was frei w\u00e4re, beschlie\u00dfe ich weiterzugehen. Bis zum n\u00e4chsten Ort sind das nochmal f\u00fcnf Kilometer, aber weil es kein offizieller Etappenort ist, kriege ich da sofort was. 10 Euro f\u00fcr n Platz im Mehrbettzimmer, das ich mir mit einem italienischen P\u00e4rchen teile. Jaaa, eigentlich gilt der Grundsatz Einzelzimmer oder Zelt, aber von jedem Grundsatz gibt es Ausnahmen. Basta.<\/p>\n<p>Das ist auch ganz in Ordnung, bis auf den Punkt, da\u00df ich keinen Bock habe, dem P\u00e4rchen beim Abh\u00e4ngen zuzuh\u00f6ren. Also verzupf ich mich auf die Terrasse und Gut ist. Ich werde das schon \u00fcberstehen, als kurz vorm Abendessen noch zwei weitere Italiener auf ihren Fahrr\u00e4dern auftauchen, ein Bier bestellen und ihren Helm nicht abziehen. Ob die auch hier pennen wollen? Im selben Zimmer? Mir schwant \u00dcbles. Und richtig. Die pennen auch hier und deshalb gibt es sp\u00e4ter Abendessen. Ich koche, weil ich Hunger habe und drei Leute ok, f\u00fcnf Leute in dem eher kleinen Schlafsaal schei\u00dfe finde.<\/p>\n<p>Das Abendessen ist dann sehr lecker und sehr italienisch aufgebaut mit Antipasti:Salat, primi piatti: Pasta (mit dieser baskischen Bratwurst), secondi piatti: Schweinemedaillon mit Karottengem\u00fcse und Dolce: Creme Catalan. Das wunderte mich nun auch und war sicherlich kein Tribut an die italienischen G\u00e4ste, aber die Italienisierung der Speisewelt nimmt wohl auch in Spanien ihren Lauf. Ich werde das weiter im Auge behalten. Mit den vier ItalienerInnen geht es nicht um Fu\u00dfball, sondern ums Reisen und autochthone Rebsorten, was mir zusagt und wir kriegen auf englisch, deutsch, italienisch sowas wie eine Unterhaltung hin, die zumindest f\u00fcrs Tischgespr\u00e4ch langt. Also an der Stelle alles gut. Ich geh jetzt mal hoch und guck, ob die tats\u00e4chlich auch in demselben Zimmer pennen wie ich. Und wenn, dann w\u00fcrde mein alter Herr wohl sagen &#8222;H\u00fctte, Gut Nacht&#8220;, dem ich mich anschlie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde gegen halb sechs wach, gucke aus dem Fenster, sehe eine wei\u00dfe Wand und denke mir, ihr k\u00f6nnt mich mal. Dann lege ich mich gepflegt wieder hin und nehme das Tagewerk erst gegen acht Uhr wieder auf. 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