{"id":754,"date":"2016-07-01T10:01:14","date_gmt":"2016-07-01T08:01:14","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=754"},"modified":"2016-07-01T10:01:14","modified_gmt":"2016-07-01T08:01:14","slug":"70-etappe-nogaro-aire-sur-ladour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=754","title":{"rendered":"70. Etappe: Nogaro &#8211; Aire-sur-l&#8217;Adour"},"content":{"rendered":"<p>Aus anhaltendem Protest gegen die Unsitten der franz\u00f6sischen Gastronomie verweigere ich das mit 12 Euronen deutlich zu teure petit dejeuner und versorge mich im kleinen Sparmarkt, den ich gestern schon gesehen hatte. Beim B\u00e4cker bleibt mir das Herz stehen, weil der zu hat. Ahhh, wir haben Montag und montags ruht das Gesch\u00e4ftsleben in Frankreichs S\u00fcden. Es haben nicht alle zu, aber viele und ein System ist nicht zu erkennen. Aber eine offene B\u00e4ckerei finde ich noch und kann gem\u00fctlich am Kirchplatz fr\u00fchst\u00fccken und zwar mit gekochtem Schinken und Tomaten aufm Baguette und Obst. Lecker und f\u00fcr mittags blieb auch noch was \u00fcber.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nGegen neun gehts dann endlich los, was aber kein Problem ist, weil das Gel\u00e4nde immer flacher wird, die Wege nicht mehr verschlammt sind und ich flott vorankomme. Es gibt noch Weinberge, aber auch viel Monokultur namens Mais, was nicht so dolle kommt. Da gibt eine kleinteiligere Bewirtschaftung f\u00fcrs Auge und die \u00d6kologie mehr her. Ob und wie sich das f\u00fcr die Bauern lohnt, w\u00e4re mal anzuschauen. In Deutschland gilt ja immer noch die Losung des Bauernverbands, da\u00df es die schiere Gr\u00f6\u00dfe bringen mu\u00df. Und ich glaube nicht, da\u00df es das ist. Der Hofreiter, Anton hat ja ein Buch zur Fleischindustrie geschrieben. Ich denke, da\u00df lese ich. Habe ja gerade auch Zeit f\u00fcr sowas.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nGegen halb vier bin ich im Zielort und der Camping liegt so wie er soll. Ge\u00f6ffnet hat er auch. Das Zelt aufgebaut und wieder mal gestaunt, wie lange sich Feuchtigkeit in einem verpackten Zelt h\u00e4lt. Ich hatte ja bereits vor ein paar Tagen mal das noch ein ganz klein wenig taufeuchte Zelt eingepackt, weil ich loswollte. Nun pack ich das wieder aus und stelle fest, da\u00df von der Restfeuchte nichts verdunstet ist. Naja, die starke Sonne bretzelt das in ner viertel Stunde weg und bei diesem ultraleicht Plastikzeug kann es gar keine Stockflecken geben, weil da nichts lebt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNun hock ich vor meinem Zelt auf der Erde und w\u00fcnsch mir einen Stuhl. Ich hab da auch schon was im Auge, aber die Rezeption ist noch besetzt. Was mir bislang auf dieser Reise als die wichtigsten Erfindungen der Menschheit vorkommen, sind \u00fcbrigens Serpentinen und Stuhl. Beides ganz prima Sachen, die man auch erst wieder sch\u00e4tzt, wenn sie fehlen. Essen und Trinken find ich auch ganz prima, weshalb ich mich jetzt Mal auf den Weg mache.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnd weil Montag ist, f\u00e4llt die Auswahl nicht schwer und ich bekomme auch ohne Reservierung noch einen Platz, obwohl seltsamerweise viele Tische als reserviert ausgewiesen sind. Das Warum wird mir dann klar, als ich auf dem Bildschirm die Ank\u00fcndigung des Achtelfinale sehe. Die Engl\u00e4nder gegen Island und eine Reihe englischer Urlauber und Touristen wollen das Spiel wohl im Pub, \u00e4h der Brasserie sehen. Sch\u00f6n, sowas gef\u00e4llt mir ja. Genau wie das Kneipenessen. Ich habe mir mal ein Herz genommen und Confit de Canard mit Pommes und Salat bestellt. Ein recht typisches Kneipenessen f\u00fcr die Region, so wie bei uns Bratw\u00fcrste mit Kraut oder Kotelett mit Kartoffelsalat. Ich bin dem bislang immer aus dem Weg gegangen, weil das Confit eigentlich eine Konserve ist. Die Ententeile werden im eigenen Fett konserviert und bei Bedarf wird die Dose aufgemacht, das Fett abgekratzt und die Ente in der Pfanne gebraten. F\u00fcr das \u00fcbersch\u00fcssige Fett m\u00fcssen dann die Pommes herhalten, denk ich mir immer. Mu\u00df ja nicht stimmen. Und es war saulecker, so wie so ein Kneipenessen sein mu\u00df. Einfach, ehrlich, herzhaft und s\u00e4ttigend. Das war ich dann auch und quasi mit dem letzten Bissen fiel das Tor f\u00fcr die Engl\u00e4nder. Drops gelutscht und auf gehts zum fr\u00f6hlichen Schlachtfest. Auch die englischen G\u00e4ste waren wohl der Meinung, als einen Lidschlag sp\u00e4ter das 1:1 fiel und ich, wer mich kennt, wei\u00df wie das ist, meiner Freude lautstark Ausdruck verlieh. Nicht das ich ausgewiesener Islandfan bin, aber ich hab nun mal ein Herz f\u00fcr Underdogs und Au\u00dfenseiter. Die Engl\u00e4nder in der Brasserie quittierten den Freudenausdruck jedenfalls nicht mit Wohlwollen. Da ich aber keinem b\u00f6sen Blick auswich und ja neulich erst beim Friseur war, blieb die Situation, auch weil die ja ihre Frauen und Kinder dabei hatten, fast entspannt. So entspannt, da\u00df viele nach dem 2:1 bezahlten und gingen . Ich habs bis zum Ende geschaut und mich an einer kraftvollen, systematisch und miteinander spielenden Mannschaft gefreut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus anhaltendem Protest gegen die Unsitten der franz\u00f6sischen Gastronomie verweigere ich das mit 12 Euronen deutlich zu teure petit dejeuner und versorge mich im kleinen Sparmarkt, den ich gestern schon gesehen hatte. 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