{"id":704,"date":"2016-06-15T08:40:16","date_gmt":"2016-06-15T06:40:16","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=704"},"modified":"2016-06-15T08:40:16","modified_gmt":"2016-06-15T06:40:16","slug":"57-etappe-st-chely-daubrac-espalion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=704","title":{"rendered":"57. Etappe: St-Chely-d&#8217;Aubrac &#8211; Espalion"},"content":{"rendered":"<p>Heute geht es dann endg\u00fcltig an die Ufer des Lot und damit ein paar Etagen tiefer als es auf den Hochebenen von Margeride und Aubrac ist. W\u00e4rmer k\u00f6nnte es damit auch mal wieder werden, weil ich n\u00e4chtliche Temperaturen von acht Grad eines Juni f\u00fcr unw\u00fcrdig halte. Mit dem Gedanken bin ich einigerma\u00dfen optimistisch los, auch wenn von vornherein die Regenmontur am Mann war. Zun\u00e4chst f\u00fchrte der Weg zwar moderat bergauf, nur um danach stetig von 830hm auf 342hm berab zu gehen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDen Lot erreicht man bei St. Come de Olt, einem pittoresken St\u00e4dtchen, wo mir zum ersten Mal, seit dem Elsa\u00df, wieder zweinamige Stra\u00dfennamen auffallen. Einmal und zwar gro\u00df werden die Stra\u00dfen auf Okzitanisch benamt und darunter dann noch in franz\u00f6sisch. Das liest sich a weng wie spanisch, ist aber eher mit dem Katalanischen verwandt. Nun bin ich also echt im S\u00fcden gelandet. Ich schlendere weiter am Ufer des Lot entlang und komme nach Espalion, dem heutigen Etappenort und mir begegnen die ersten Petanquespieler und auch die Vegetation hat sich irgendwie ge\u00e4ndert. Das Wetter, das zwischendurch mal besser war, im \u00fcbrigen nicht. Kurz vor Zieleinlauf hats wieder begonnen zu regnen. Also wieder nix mit Zelten. Langsam langt es. Die Zimmersuche gestaltet sich recht entspannt. An der Hauptstra\u00dfe komme ich an einem zwei Sterne Hotel de France vorbei, etwas angestaubt, aber sauber und bezahlbar, was f\u00fcr den Einzelpreis von 48Euro gilt. Wenn dieser Klimawandel-Sommerversuch n\u00e4mlich so weitermacht, l\u00e4ppert sich das unangenehm zusammen. Aber egal, das ist mein Weg und wenn ich hinterher sparen mu\u00df, kriege ich das auch hin.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nSo genie\u00dfe ich erstmal mein Zimmer und wasche die Wanderklamotten aus, weil der Spruch vom sich selber nicht mehr riechen k\u00f6nnen schon seine Richtigkeit hat. Und dann will ich eigentlich los St\u00e4dtchen gucken und mal \u00fcberlegen, was ich wo heute abend esse, und dann bin ich auch wirklich los und es f\u00e4ngt an Katzen und Hunde zu regnen. Ich bin nur froh, da\u00df ich mir eine lange Mittagspause geschenkt habe und wieder z\u00fcgig gegangen bin, weil es schlechte Laune macht, bei so einem Wetter zu wissen, da\u00df man noch ne Zeit unterwegs sein wird. Du kannst halt nicht wirklich beschleunigen und unterstellen ist auch wenig hilfreich, wenn du nichts reserviert hast, was viele \u00e4ltere Wanderer nicht machen, weil sie insbesondere bei den langen Etappen nicht wissen, wann sie an die Box m\u00fcssen. Meistens geht das gut, aber die Ungewi\u00dfheit bleibt halt. Es gibt \u00fcbrigens Gep\u00e4cktransportunternehmen, die sich auch darauf eingestellt haben und das Gep\u00e4ck abends dahin liefern, wo es dich umhaut. Das ist irgendwie eine flexible Weiterentwicklung vom Ponyexpress.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer Stadtrundgang wird gestrafft und ich komme in einem Cafe mit Boulangerie zu Sitzen und entdecke an der Herzhaft-Theke etwas Neues: eine ger\u00f6stete Bauernbrotscheibe, bestrichen mit Kartoffelp\u00fcrree (ohne K\u00e4se) und belegt mit Ziegenk\u00e4se. Das Ganze kommt nochmal in die MicroWave und eine zweite Brotscheibe und Kr\u00e4uter obendrauf. Leckerst und auch zu Hause ist das wohl kein Problem. Wieder was gelernt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWas war heute noch? Ahja, die S\u00fcdafrikanerin. In meiner kurzen Mittagspause betritt eine \u00e4ltere Frau die Bar, gr\u00fc\u00dft mit Hola und hat eine bunte Fahne am Rucksack. Was denkt der Mertens bei bunter Fahne und Spanisch? Mittel- oder S\u00fcdamerika. Sie richtet dann auf Englisch das Wort an mich, um zu fragen, wie weit es denn noch sei und wir kommen ins Gespr\u00e4ch. Eher belanglos, woher, wohin, seit wann, aber was mich wirklich interessiert: Wie schaffen diese Frauen (einige Franz\u00f6sinnen k\u00f6nnen das auch) unabh\u00e4ngig von den H\u00f6henmetern im Auf und Ab, egal ob es regnet oder schneit, immer auszusehen wie aus dem Ei gepellt? Sie verzichten auf Funktionskleidung und tragen ihren Schmuck auch zu diesem Anla\u00df. Kein Schwei\u00dffleck zu sehen und kein verlaufenes MakeUp. Ein echtes Faszinosum. Die Dame ist den spanischen Jakobsweg schon gegangen und da sie kein franz\u00f6sisch kann, schl\u00e4gt sie sich mit Spanisch durch und geht nun von Le Puy nach Roncesvalles. Wahrscheinlich immer im Polohemd mit hochgeschlagenem Kragen. Hammer.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAnsonsten war das ein ruhiger Tag. Ich sitze jetzt drinnen und gucke zu, wie die Welt wegschwimmt, aber solange die Leute hier in der Bar ihre gute Laune behalten, bleibe ich optimistisch. Morgen ist zwar wieder nationaler Aktionstag gegen die neuen Arbeitsgesetze, aber ich glaube nicht, da\u00df ich davon was mitkriege. Ich bin ja zu Fu\u00df unterwegs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute geht es dann endg\u00fcltig an die Ufer des Lot und damit ein paar Etagen tiefer als es auf den Hochebenen von Margeride und Aubrac ist. 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