{"id":698,"date":"2016-06-15T08:39:33","date_gmt":"2016-06-15T06:39:33","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=698"},"modified":"2016-06-15T08:39:33","modified_gmt":"2016-06-15T06:39:33","slug":"55-etappe-aumont-aurac-nasbinals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=698","title":{"rendered":"55. Etappe: Aumont-Aurac &#8211; Nasbinals"},"content":{"rendered":"<p>In der Nacht hat es geregnet, folglich war das Zelt morgens noch nass. Aber die Sonne schien und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis es trocken ist. Und das war so der Punkt gewesen, wo ich gemerkt habe, da\u00df es mit Gelassenheit und Geduld doch noch nicht so weit her ist. Was ist das langweilig. Da gibt es n\u00e4mlich kein Campingplatzcafe wo man bei laufendem Fernsehen und stetem Kaffeenachschub gescheit warten kann. Es gibt nichts, au\u00dfer auf dem geliehenen Stuhl zu hocken und zu warten, da\u00df das Zelt trocknet. Und irgendwann ist es soweit und es kann endlich losgehen. Aber von einem gepackten Rucksack hatte ich immer noch keinen Kaffee. Der erste Boxenstopp war dann schon nach einem schlappen Kilometer beim \u00f6rtlichen B\u00e4cker, der mir mit einem Kaffee und einem Salamisandwich auf die Spr\u00fcnge half.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Wanderung selber f\u00fchrt auf durchschnittlich 1100hm \u00fcber Weiden die mit Steinmauern voneinander abgetrennt sind und von den \u00f6rtlichen Rindviechern, die passenderweise Aurac hei\u00dfen, bev\u00f6lkert werden. In sanftem Auf und Ab geht es auf breiten Wegen durch die Gegend, in der im \u00fcbrigen auch Wintersport getrieben wird und die P\u00e4sse als ouvert oder ferme gemeldet werden. Hier scheint es im Winter also knackig kalt zu werden, was ich der Gegend so weit im S\u00fcden und doch weit weg von den Pyren\u00e4en nicht zugetraut h\u00e4tte. Aber sch\u00f6n ist es, wenn auch im Juni mit 14Grad knapp am gef\u00fchlten Gefrierpunkt. Ich will endlich Hitze und Sonne und so&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAls ich im Zielort eintreffe hat es sich auch wieder zugezogen und begonnen zu nieseln, so da\u00df die \u00dcbernachtungsfrage deutlich gegen das Zelten beantwortet wird. Ich also in die erste H\u00fctte im Dorf und den Wirt, ein Verwandter von dem NDR-Seehund, gefragt, ob denn noch was zu machen w\u00e4re. Und nach einem tiefen und langen Blick auf, ach was in den Bildschirm, seines Computers bekam ich ein Zimmer. Sehr zu meiner Freude war das ausreichend gro\u00df und mit Trockengelegenheiten. Also alles aufh\u00e4ngen,, selber saubermachen, ein wenig ruhen und mal ne Runde durch den Ort drehen. Ein typischer Basisort f\u00fcr Sommer- wie Winterurlauber mit Restaurants, Souvenirl\u00e4den etc. Aber wegen Kalt und Niesel war auch nicht viel los, so das ich rasch in meine Homebase, meine Unterkunft, nebst Kneipe, zur\u00fcckkehrte und mich an der Theke mit einem Pression f\u00fcr die heutige Laufleistung belohnte. 27km in sechs Stunden find ich schon ok. So langsam zeigen sich Trainingseffekte. Prima.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nSo eine Theke hat schon was. Im Fernsehen lief Wales:Schweiz und ein P\u00e4rchen, er so der Typ Chef der lokalen Ger\u00fcstbaufirma mit offenem Hemd aus der Hose, g\u00fcnstigen Slippern und Goldkettchen, sie die verbl\u00fchte herbe Sch\u00f6nheit der Gegend, die sich mit einem praktischen Kurzhaarschnitt interessant h\u00e4lt, die ganz dringend irgendwas mit Champagner begie\u00dfen mu\u00dften. Das was in Deutschland eine Dorfkneipe in den Wahnsinn st\u00fcrzen w\u00fcrde, erzeugte hier nur an der Stelle ein wenig Hektik, weil das aus drei Angeboten (Ruinart blanc, Taittinger blanc und rose) gew\u00e4hlte Fl\u00e4schchen nun ja auch im passenden K\u00fchler pr\u00e4sentiert werden soll und der Ruinart K\u00fchler im Keller ist. Herrlich. Die Kneipe f\u00fcllt sich und es l\u00e4uft immer noch Fu\u00dfball, was mich vermuten l\u00e4sst, da\u00df das die franz\u00f6sische Variante von public viewing ist. Weit gefehlt. Irgendwann wird umgeschaltet und es kommt Rugby. Toulouse gegen irgendwen. Und: Der Ger\u00fcstbauer bleibt mit seinem Champagnerthema kein Einzelfall und gut zwei Drittel an der Theke haben ein Glas mit prickelndem Irgendwas (Champagner, Cremant de xyz) am Hals. Zumindest in der Kneipe scheint es so zu sein, da\u00df zu dieser etwas ruppigen Sportart mal was ganz Feines getrunken wird. Das hat was sehr Archaisches, sehe ich doch durchaus Parallelen zu Nachtigallzungen und Otternasen, die zu den den Gladiatoren bei Asterix gereicht werden. Das ist jetzt historisch-akademisch nicht wirklich eine Quelle, kommt mir aber in den Kopf.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch sitz nun nicht mehr an der Theke, sondern an einem Tisch im Thekenbereich, weil ich bei der Fu\u00dfball\/Rugbyguckerei von dem Ansturm aufs Restaurant v\u00f6lig \u00fcberrascht worden bin und schon f\u00fcrchtete das Nachsehen zu haben. Aber ein kurzer Austausch mit dem Wirt r\u00e4umte mir den Tisch frei. Es wurde eingedeckt, die Karte gereicht und der Abend konnte kulinarisch starten. Zum Salade Campagnarde mit Eiern und Speck hatte ich mich f\u00fcr einen Sauvignon entschieden, weil ich mich freute, die Traube mal wieder zu treffen. Das kann n\u00e4mlich reichlich spannende Weine geben, wozu der hier nicht geh\u00f6rte, weil er gegen Ende doch stark verflachte. Zur Hauptspeise, einem St\u00fcck von der regionalen Rindersorte mit der allgegenw\u00e4rtigen Aligot, gabs dann einen kr\u00e4ftigen Rose, den der Kellner empfahl. Und das hat gepasst, vor allem auch weil dieses Kartoffel-K\u00e4se-P\u00fcrree so fluffig war, da\u00df es mir erst nachts wie ein Stein im Magen lag. Oder war es die K\u00e4seplatte mit bleu (diesem bleu de Auvergne), einem St. Nectaire und einem Brie von der Ziege? Der K\u00e4se macht mir hier richtig Spa\u00df. Spa\u00df hat nat\u00fcrlich auch das Ambiente, so nah am einheimischen Thekenkranz und der Dorfcommunity gemacht, aber es war dann auch gut und ich hab mich hingelegt und geschlafen, bis der Aligot mich weckte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht hat es geregnet, folglich war das Zelt morgens noch nass. Aber die Sonne schien und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis es trocken ist. 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