{"id":651,"date":"2016-06-01T21:56:26","date_gmt":"2016-06-01T19:56:26","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=651"},"modified":"2016-06-03T15:04:56","modified_gmt":"2016-06-03T13:04:56","slug":"43-etappe-st-jean-st-maurice-pommiers-en-forez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=651","title":{"rendered":"43. Etappe St-Jean-St-Maurice &#8211; Pommiers-en-Forez"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin gegen neun Uhr losgekommen, weil ich einfach auch keine Lust hatte, im Regen loszulaufen und die Wettervorhersage angek\u00fcndigt hatte, da\u00df es am fr\u00fchen Vormittag aufh\u00f6rt, was es dann auch tat. Aber es wollte partout nicht aufrei\u00dfen, was schade war, weil die Landschaft auch ohne Loire herrlich ist. Und so trottete ich meines Weges, machte hier und da ein Foto, \u00fcberholte die vier Franzosen, die ich schon in St Haon le Chatel getroffen hatte und pflegte ansonsten meine schlechte Laune. Der Mai neigt sich dem Ende zu und es herrscht weiterhin Aprilwetter. Das war ganz anders bestellt. Ich haderte mit dem Schicksal und war genervt. Als dann auch noch die angek\u00fcndigte Bar-Tabac gleich ganz zu kaufen war und sich nicht mehr mit einem einzelnen Kaffee aufhalten wollte, war der Tiefpunkt erreicht. Der Reisef\u00fchrer k\u00fcndigte in knapp 4km die n\u00e4chste Einkehr an und ich wollte dem Tag eine letzte Chance geben.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Als ich in den Ort einlief, sah nichts nach Gastronomie aus. Der Franzose ist ja auch hinsichtlich informativer Schilder ein wenig eigen, also weiter durch dieses Stra\u00dfendorf, an dessen Ende ein Platz vor der Mairie ist, wo es tats\u00e4chlich eine Bank gab. Wenigstens das. Ich setzte mich, hatte Hunger und nichts mehr zu Essen, weil die N\u00fcsse und ein Apfel das Fr\u00fchst\u00fcck dargestellt haben. Au\u00dferdem wollte ich was anderes trinken als Wasser. Und dann sah ich aus dem Augenwinkel eine Leuchtreklame, packte mein Zeug und eilte ihr entgegen wie einer Marienerscheinung. Und tats\u00e4chlich, war es eine l\u00e4ndliche Kombination aus Boulangerie\/Epicerie, Bar und Restaurant, so das ich mich schon vor einem guten Teller und einem Glas Wein sitzen sah. Leider hatte ich verdr\u00e4ngt, da\u00df in Frankreich heute Muttertag ist, der, meinem Eindruck nach, h\u00f6her bewertet wird als bei uns. Folglich hatten die braven S\u00f6hne und liebenden V\u00e4ter daf\u00fcr gesorgt, da\u00df der Laden restlos ausgebucht war und zwar bis in die Men\u00fcs. So mu\u00dfte ich mich mit einem Platz an der Theke begn\u00fcgen und bestellte Fl\u00fcssigbrot, wenn es schon nichts zu bei\u00dfen gab. Und als ich noch nicht einmal ganz ausgetrunken hatte, stand schon ein Neues da, was in mir ernste Zweifel an meinem Erscheinungsbild weckte. Das Ganze kl\u00e4rte sich aber anders auf. Das Bier war von einem Kollegen des Stammtischs ausgegeben worden, der mir als Weitwanderer verbunden war, weil er auch die ein und andere Strecke schon gelaufen ist. Das fand ich sehr sch\u00f6n und wir kl\u00f6nten eine Zeitlang.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAls ich dann weiterkam und vor die T\u00fcr trat, merkte ich das zwei kleine Bier auf n\u00fcchternen Magen und k\u00f6rperlicher Anstrengung schon f\u00fcr einen leichten Stich sorgen k\u00f6nnen. Aber wie sagte Harald Juhnke schon: &#8222;Gl\u00fcck, das hei\u00dft keine Termine und leicht einen sitzen.&#8220; Ja, und so ging es gut gelaunt und singenderweise auf die letzten Kilometer Richtung Pommiers. Hier wollte ich auf dem Camping Municipal einen Wohnwagen mieten, aber der Empfang \u00f6ffnete erst um 18.00h wieder, was fast drei Stunden Warterei bedeutet h\u00e4tte. Vor der bewahrt hat mich ein \u00e4lterer Dauercamper, der mir den Wohnwagen zeigte und ich mich im Vorzelt schonmal breitmachen konnte. Frisch geduscht, meldete sich auch mein Hunger wieder und so schlenderte ich zur Campingplatzkneipe. Der englische Betreiber war untr\u00f6stlich und konnte mir nur mit einem Rest Quiche und ein wenig Salat weiterhelfen. Egal, her damit und den gr\u00f6bsten Hunger stillen. Dann hab ich mich ein wenig hingelegt und um 18.00h p\u00fcnktlich vor der Rezeption gestanden. Gewartet und dann dem Hinweis eines anderen Dauercampers folgend den Platzwart aus der Kneipe geholt. Das war kein Problem und ich zum ersten Mal f\u00fcr eine Nacht Wohnwagenschl\u00e4fer. Wie das wohl wird?<br \/>\n<!--more--><br \/>\nZun\u00e4chst aber musste das Essensthema, das sich wie Kaugummi durch diesen Tag gezogen hat, einer finalen Kl\u00e4rung zugef\u00fchrt werden. Und so sa\u00df ich um f\u00fcnfe wieder in der Campingplatzkneipe, wo mittlerweile auch der zweite Teil des englischen Betreiberp\u00e4rchens aufgetaucht war. Weil es wieder regnete, waren wir nur zu dritt und plauderten so \u00fcber dies und das, kamen auf Musik und wie man denn aus Nordengland nach Pommiers ins Roannais kommt. Schnell stellten wir Gemeinsamkeiten fest und so beschallten die Stiff Little Fingers, die Helden des britischen Punk, den Laden. War ja sonst keiner da. Zwischendurch habe ich sogar noch was zu Essen bekommen, was mit Salat composee, Entrecote\/Frites und zwei Kugeln Vanilleeis keine kulinarische Offenbarung war, aber satt gemacht hat und lecker schmeckte. Das z\u00e4hlt auch schonmal. Dazu gab es einen sch\u00f6nen Wei\u00dfwein. Das z\u00e4hlt auch. Und gute Musik. Das z\u00e4hlt. Und weil aller guten Dinge drei sind, war das ein echt sch\u00f6ner Abend.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnd dann lag ich im Wohnwagen und begriff, warum das viele Leute so toll finden. Du bist nicht richtig drin, aber auch nicht ganz drau\u00dfen. Der Regen kann dir nichts, aber du h\u00f6rst ihn, was ich in dieser Nacht reichlich getan hab, bis ich endlich eingeschlafen bin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin gegen neun Uhr losgekommen, weil ich einfach auch keine Lust hatte, im Regen loszulaufen und die Wettervorhersage angek\u00fcndigt hatte, da\u00df es am fr\u00fchen Vormittag aufh\u00f6rt, was es dann auch tat. Aber es wollte partout nicht aufrei\u00dfen, was schade &hellip; <a href=\"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=651\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-651","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vinoguerracamino"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=651"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/651\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":665,"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/651\/revisions\/665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}