{"id":643,"date":"2016-06-01T21:41:14","date_gmt":"2016-06-01T19:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=643"},"modified":"2016-06-03T15:05:49","modified_gmt":"2016-06-03T13:05:49","slug":"40-etappe-le-cergne-pouilly-sous-charlieu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=643","title":{"rendered":"40. Etappe: Le Cergne &#8211; Pouilly-sous-Charlieu"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich von der Unterkunft bis zum Startpunkt schonmal 6,5km gelaufen war, mu\u00dfte ich in der Landkantine, die mir von gestern mittag noch in bester Erinnerung war, Einkehr halten, bevor es denn dann weiterging. Neben einer netten Verabschiedung durch die Wirtsleute, wurde mir noch der Hinweis mit auf den Weg gegeben, da\u00df es sehr, sehr chaud werden w\u00fcrde, was sich auch best\u00e4tigte. Die fast sieben Stunden durch die Roannaiser Ebene war schon reichlich kraftraubend, weil es warm, sehr warm war und sie die Pflanzenwelt dazu entschlossen hatte, das gute Wetter zu nutzen, um aber auch alles an Pollen in die Welt zu setzen, was verf\u00fcgbar ist. F\u00fcr einen Allroundallergiker, der zu Heuschnupfen neigt, sind das echte Gro\u00dfkampftage, weil die Nase l\u00e4uft, die Augen und der Gaumen jucken und da wo einen die Gerste streift, gibts rote Flecken.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWenn man dann trotzdem dazu kommt, hier und da mal stehen zu bleiben und die Landschaft auf sich wirken zu lassen, mu\u00df die Landschaft schon was haben. Und das hat sie hier. Die sanft geschwungene Ebene von Roanne und das Loiretal, beim vorw\u00e4rtsgucken schon wieder blaue Berge, die &#8211; meine Vermutung &#8211; bereits die Nordausl\u00e4ufer der Auvergne sind und beim R\u00fcckw\u00e4rtsgucken auch blaue Berge, das Beaujolais Haute. Die sanften Schwingungen der Ebene sind satt gr\u00fcn und durchsetzt mit wei\u00dfen Sprengseln, den weidenden Charolais-Rindern. Hinzu kommt der Hinweis auf die Cote d&#8216; Roannais, einem Weinanbaugebiet, das mir nichts sagt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch komme nach Charlieu, einem wundersch\u00f6nen St\u00e4dtchen mit einer augenscheinlich funktionierenden Infrastruktur und einer ansprechenden Gastrolandschaft. Ich ziehe aber weiter nach Pouilly-sous-Charlieu, dem definierten Etappenziel, und lande in einem Kaff. Aber es gibt einen Campingplatz und da wollte ich hin. Bei dem prima Wetter kann ich mein Zelt, zum ersten Mal nach St. Jean de Losne, mal wieder aufbauen. Und da es ein kommunaler Campingpplatz ist, geht es auch etwas unkonventioneller zu, so da\u00df ich freie Platzwahl habe und einen Platz nahe an einer Sitzgruppe und einer W\u00e4scheleine ergattere. Nachdem dann die h\u00e4uslichen Pflichten, Zelt aufbauen, Luftmatratze richten und Schlafsack l\u00fcften, sowie die Chance nutzen, die Wanderklamotten mal durchzuwaschen, erledigt sind, entschlie\u00dfe ich mich ob der Gelegenheit mit der Sitzgruppe zum abendlichen Picknick. Dabei unterl\u00e4uft mir nat\u00fcrlich der Fehler, hungrig einkaufen zu gehen und, wie soll ich sagen, etwas \u00fcber die Str\u00e4nge zu schlagen. Beim Metzger gibt es zwei kleine Salate, jambon fume und eine Boulette, bein K\u00e4sedealer einen Ziegenweichk\u00e4se und einen Tomme de Auvergne, dazu Tomate und Salatgurke, sowie zwei Sorten Brot und ein Fl\u00e4schchen Chardonnay aus der Gegend. Den Chardonnay kaufe ich erst, nachdem ein grundlegendes Problem dieser Reise gel\u00f6st ist.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWein kann man nicht aus der Flasche trinken. Basta. Also gibt es Wein nur im Restaurant oder gar nicht. Da ich aber gerne Wein trinke und mehr und mehr zelten m\u00f6chte, brauche ich ein Glas. Woher nehmen? Und heute pressiert es, weil ich ja picknicken will. Will. Will. Will. Ich komme in der \u00fcbelsten Trotzphase an einem Antiquit\u00e4tengesch\u00e4ft vorbei und denke mir, warum den eigentlich nicht. Ich betrete den Laden und niemand ist zu sehen, aber auf einem Tisch sind sackweise Gl\u00e4ser aufgestellt und dabei ist auch eins, was mir zu Pass kommt. Klein und stabil, so wie diese Bistroweingl\u00e4ser. Die Dame des Hauses erscheint und ich versuche ihr radebrechenderweise klarzumachen, da\u00df ich zu Fu\u00df unterwegs bin, aber gerne Wein trinke und ohne Glas kein Wein schmecken kann. Sie scheint mich zu verstehen und dr\u00fcckt mir zwei Gl\u00e4ser in die Hand. Eins f\u00fcr den aktuellen Gebrauch und eins als Reserve, weil Glas beim Wandern ja so sensibel sei. Als ich frage, was sie bekommt, macht sie mir klar, da\u00df sie mir die schenken will. Das freut mich ganz ungemein und ich bedanke mich nicht artig, sondern \u00fcberschwenglich.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer Abend wird ein Fest. Bestes Wetter, eine Sitzgruppe und lecker Sachen, schicke Gl\u00e4ser und n guter Wein. Danach eine Nacht im Zelt, viel frische Luft und ein Schlaf, der seinen Namen verdient. Und morgens ohne nasses Zelt wachzuwerden ist, und in ner halben Stunde alles eingepackt zu haben, ist dann schon echt Gold.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich von der Unterkunft bis zum Startpunkt schonmal 6,5km gelaufen war, mu\u00dfte ich in der Landkantine, die mir von gestern mittag noch in bester Erinnerung war, Einkehr halten, bevor es denn dann weiterging. 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