{"id":602,"date":"2016-05-09T11:08:32","date_gmt":"2016-05-09T09:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=602"},"modified":"2016-09-30T08:03:10","modified_gmt":"2016-09-30T06:03:10","slug":"30-etappe-abbaye-d-acey-mont-roland-dole","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=602","title":{"rendered":"30. Etappe: Abbaye d&#8216; Acey &#8211; Mont Roland (Dole)"},"content":{"rendered":"<p>Da es ein langer Tag werden w\u00fcrde, war ich bereits um 7:00 beim Fr\u00fchst\u00fcck. Alleine, weil just um die gleiche Uhrzeit die Fr\u00fchmesse stattfand. Das fand ich, nach der Begegnung mit den Dorfheiligen am Abend vorher, nicht wirklich schlimm. Der Herbergsvater hatte mir auch bereits gestern erkl\u00e4rt, wo alles ist. Und dann? Nescafe auf dem Tisch, also nicht dieses Clooney-Zeugs, sondern l\u00f6slicher Kaffee. In Frankreich. Eigentlich unglaublich. Aber eine lustige Wiederbegegnung mit den Kaffeegen\u00fcssen meiner Kindheit. Wenn damals n\u00e4mlich von einer guten Tasse Filterkaffee die Rede war, war das die Ausnahme f\u00fcr Sonn- und Feiertage. Unter der Woche gab es sonst halt Nescafe. Und mir hat er heute geschmeckt. Der Rest vom Fr\u00fchst\u00fcck auch, aber auch diese Br\u00fcder haben einen Hang zu Plastikverpackungen von Marmelade und Jogurt.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Und dann gings auf die Strecke Richtung Mont Roland, der hoch \u00fcber dem Tal der Doube thront. Bestes Wetter und sch\u00f6ne Fernsichten. Auch die Landschaft und die Infrastruktur ver\u00e4ndert sich langsam. Es steht weniger zum Verkauf, es gibt gelegentlich Infrastruktur und teilweise sogar Neubauten. Was mir dabei auff\u00e4llt, ist der franz\u00f6sische Hang zum Dachziegelhorten. Teilweise begegnen mir die Vorr\u00e4te sogar im Wald gelagert oder &#8211; wahrscheinlich v\u00f6llig veraltete Modelle &#8211; als geschredderter Wegebelag. Aber auch um und am Haus werden die Ziegel, gerne auch \u00f6ffentlichkeitswirksam, gelagert. Was das soll? Keine Ahnung.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnd dann biege ich etwa zwei Gehstunden vor dem Ziel um die Ecke und sehe das Ziel bereits vor mir. Hoch auf einem Berg thront die Wallfahrtskirche Notre Dame de Mont Roland, und das seit 1089. So richtig pr\u00e4chtig ausgebaut wurde der Tempel aber erst im 19.Jahrhundert. Ich fand es auf jeden Fall beeindruckend, das Ziel meiner Wanderung schon von weitem so sehen zu k\u00f6nnen. Dann ging es ab in den Wald, da hab ich die Kirche nicht mehr gesehen, aber irgendwann stand ich direkt davor. Das war weniger irritierend als die zahlreichen portugiesischen Flaggen und all die Zischlaute um mich herum. Anscheinend hat das auch die Herbergseltern so irritiert, da\u00df sie die Segel im Kirchenschiff gestrichen haben und ich mir eine andere Unterkunft suchen mu\u00dfte. Das war auch nicht schwierig, weil Dole, die Stadt am Fu\u00dfe des Berges, durchaus industrialisiert ist und deshalb am Wochenende Hotelkapazit\u00e4ten \u00fcber sind, die preisg\u00fcnstig auf den einschl\u00e4gigen Plattformen verh\u00f6kert werden. Die liegen dann zwar nicht sonderlich romantisch im Altstadtbereich, sondern an der Peripherie, aber bei ca. 25.000 Einwohnern ist das ein knapper Kilometer.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWas mehr als ein Kilometer ist, sind die vier Kilometer von der Kirche zum Hotel. Das kann sich nicht nur ziehen, das zieht sich. Aber auch vor dieser Hotelt\u00fcr stand ich schlu\u00dfendlich. Und eingecheckt. F\u00fc\u00dfe hoch und power relaxing. Dann in die Stadt. Und an dieser Stelle ist es dann Zeit Pardon zu erbeten. Pardon f\u00fcr drei\u00dfig Jahre dran vorbeifahren. Pardon f\u00fcr drei\u00dfig Jahre bei Dole immer an eine Bananenmarke denken. Ich war echt \u00fcberrascht von dieser pittoresk an der Doubs und dem Rhein-Rhone Kanal gelegenen Altstadt, von einem m\u00e4chtig eindrucksvollen Kirchenbau und einer sch\u00f6nen Markthalle, leider schon zu. Dazu eine ganze Reihe einladender Restaurants und zwischen den Kan\u00e4len immer wieder auch Gr\u00fcn. Und es war was los. Neben Hurra, Hurra, das ganze Dorf ist da, auch die Feierw\u00fctigen aus dem Umland und franz\u00f6sische M\u00e4nnergruppen, die Dole als Ausgangspunkt f\u00fcr Wanderungen genommen haben. Hinzu kamen dann auch noch die anderen Touristen und ich. Ein sch\u00f6nes Durcheinander. In einer Kneipe wurde sogar ein Live-Konzert gegeben, aber ich war nach dem Tag einfach zu geschafft, um mich ins Nightlife zu st\u00fcrzen. Und so war nach einem anst\u00e4ndigen Abendessen, einer Stippvisite bei dem Geburtshaus von Louis Pasteur, dem Erfinder der pasteurisierten Milch, und noch ein wenig Rumflanieren Feierabend f\u00fcr den Kleinen. Ich m\u00f6chte die Stadt aber nochmal eindr\u00fccklich als Etappenziel f\u00fcr die Reise ans Mittelmeer empfehlen. Echt sch\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da es ein langer Tag werden w\u00fcrde, war ich bereits um 7:00 beim Fr\u00fchst\u00fcck. Alleine, weil just um die gleiche Uhrzeit die Fr\u00fchmesse stattfand. Das fand ich, nach der Begegnung mit den Dorfheiligen am Abend vorher, nicht wirklich schlimm. 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