{"id":589,"date":"2016-05-04T20:08:57","date_gmt":"2016-05-04T18:08:57","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=589"},"modified":"2016-05-04T20:08:57","modified_gmt":"2016-05-04T18:08:57","slug":"25-etappe-belfort-villers-sur-saulnot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=589","title":{"rendered":"25. Etappe: Belfort &#8211; Villers-sur-Saulnot"},"content":{"rendered":"<p>Nach drei N\u00e4chten im Mobil Home und einem ersten Mai ging es heute wieder auf die Strecke und der Rucksack war ein wenig schwerer wie gedacht. Wie schnell man sich der Last doch wieder entw\u00f6hnen kann. Aber das pendelt sich schon wieder ein. Vom Campingplatz gings in die Altstadt und von da aus erstmal durch eher triste Vorortsiedlungen. Die tragen \u00fcbrigens auch dort bevorzugt die Namen osteurop\u00e4ischer St\u00e4dte und erschweren schon allein deshalb den dort Lebenden das Ein oder Andere, etwa eine Lehrstelle. Dann war das aber auch durch und an dem schon bekannten Kanal gings Richtung Countryside. Da die Sonne schien, verstaute ich meine Jacke schnell am Rucksack und marschierte drauf los. Das sollte heute mit sechs Stunden auch kein sonderlich langer Wandertag werden und von daher machte alles den Anschein einer leichten Tour.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Allerdings erledigte sich das beim Betreten des Waldes, denn der Boden war vom Regen der vergangenen Tage noch so aufgeweicht und der franz\u00f6sische Waldwegebauer anscheinend nicht in der Lage irgendwas zu drainagieren, da\u00df es eher wie Waten durch einen Sumpf oder so als Gehen im herk\u00f6mmlichen Sinne war. Das verl\u00e4ngerte nat\u00fcrlich auch die Gehzeit um satte anderthalb Stunden. Aber ich bin angekommen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Unterkunft war eine Gite de Etappe, sowas Schlichtes f\u00fcr Wanderer. Diese hier war auf einem Bauernhof eingerichtet, der das Zubrot des Schmieds gewesen war, weshalb die Einrichtung auch La Forge d&#8217;Isidore, Isidor seine Schmiede, hei\u00dft. Das hat mir der Herbergsvater erz\u00e4hlt, der gleichzeitig Koch, Bauer und Patron war, ein echtes Original. Die Unterkunft selber war echt schlicht, vor allem auch was die Heizleistung anging. Die Duschen waren im Keller und dazu noch diese Dr\u00fcck-diesen-Knopf-dann-kommt-Wasser-Duschen, die einem schon auf Campingpl\u00e4tzen jedes Duschvergn\u00fcgen zunichte machen. L\u00e4sst man n\u00e4mlich den Knopf los, kommt auch kein Wasser mehr. Naja, irgendwann war aber auch das \u00fcberstanden und ich gewaschen und gerichtet. Abendessen gabs um Achte.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nPunkt acht betrat ich den Speisesaal, der in der ehemaligen Schmiede eingerichtet war und war echt \u00fcberrascht. Da war nichts gesch\u00f6nt, gestrichen oder hindekoriert worden. An der alten Feuerstelle brannten ein paar Scheite und am langen Tisch davor war f\u00fcr zwei Leute eingedeckt. Der Herbergsvater bedeutete mir, da\u00df ich mich hinsetzen sollte. Naja, vielleicht ist ja noch ein Gast da und der setzt uns halt zusammen, habe ich bei mir gedacht und mich mit dem R\u00fccken zum Feuer gesetzt. Hm, sch\u00f6n warm. Dann bog der Chef mit einem Suppentopf um die Ecke, setzte sich zu mir und verteilte die Suppe. Eingedeckt hatte er f\u00fcr mich und sich. Das nenne ich mal Betreuung. Es gab eine Gem\u00fcsesuppe, die von B\u00e4rlauch ganz gr\u00fcn war und auch m\u00e4chtig danach schmeckte. Und er und ich radebrechten auf Franz\u00f6sisch und Deutsch (Als junger Mann hatte der Kollege mal in Ludwigsburg gearbeitet) \u00fcber den 2015er Wein, \u00fcber die Fr\u00fchjahrsfr\u00f6ste, die ja h\u00fcben wie dr\u00fcben einiges zerst\u00f6rt haben und die Lage in der Milchwirtschaft. Dann war es Zeit f\u00fcr den zweiten Gang, einem mit Bratkartoffeln gef\u00fcllten Omelett &#8211; sehr lecker &#8211;<br \/>\n, und unser Gespr\u00e4ch drehte sich weiter um die wichtigen Dinge des Lebens. Zum Abschlu\u00df gab es noch eine kleine K\u00e4seplatte mit je einem K\u00e4se von Schaf, Ziege und Kuh. Alle drei Produkte seien als Grand Cru zertifiziert, wobei ich gestehen mu\u00df, da\u00df ich nicht wu\u00dfte, da\u00df es dieses Zertifikat auch f\u00fcr K\u00e4se gibt. Aber geschmeckt haben sie alle drei danach. Insbesondere der Munster hat sich um Lichtjahre von dem unterschieden, was einem die deutsche Supermarkttheke unter diesem Etikett anbietet. Den Apfelkuchen zum Schlu\u00df hab ich dann ausgeschlagen, weil ich pappsatt und m\u00fcde war. Das war auch ok, weil der gute Mann, geschlagen mit einer recht frischen H\u00fcftoperation, ebenfalls Richtung Bett tendierte. Fr\u00fchst\u00fcck sollte es dann um halb acht geben.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nGabs auch. Selbstgemachte Marmelade, Honig aus der Gegend und einen Kaffee zum Auferstehen. Eigentlich braucht man nicht mehr. Der alte Mann war aber schwer in Wallung, weil er Besuch von Kiki hatte, einem Jungen von vier Jahren, den seine Mutter geparkt hatte, um in Ruhe zum Zahnarzt zu k\u00f6nnen. Das war aber nicht der Hauptgrund f\u00fcr die Wallung. Ein Kumpel war mit Herzkasper ins Krankenhaus gekommen und hatte ein paar Stents gesetzt bekommen und nun musste der gesamte Freundeskreis ja informiert werden bevor sie es aus der Zeitung oder durch den Dorftratsch erfahren. Der Herbergsvater hatte wieder f\u00fcr uns beide eingedeckt, kam aber nicht zum Kaffee trinken, weil er laufend telefonierte, wobei er die Nummern auswendig in das alte Telefon eintippte. Ich selber k\u00f6nnte nichtmal zuhause anrufen, weil ich die Nummer nicht wei\u00df. Die einzigen Nummern, die ich noch auswendig kenne, sind erstens die Nummer meiner Eltern und zweitens die des AstA &#8211; beide Schnee von Gestern &#8211; und drittens meine B\u00fcronummer. Ansonsten w\u00e4re ich dann mal auf mein elektronisches Telefonbuch angewiesen. Eigentlich ist das eine grauenvolle Vorstellung. Naja, ist halt so. Im Laufe der Gespr\u00e4che des Chefs mit Kumpels und Freundinnen kristallisierte sich \u00fcbrigens heraus, da\u00df es das Rauchen gewesen ist, was den Herzkasper ausgel\u00f6st hat. Nach dem dritten Gespr\u00e4ch war er sich da einig.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n\u00dcber Kiki, der \u00fcbrigens als Kilian getauft worden ist, kamen wir noch kurz aufs Boxen, was nur die W\u00fcrzburger verstehen werden. Deshalb kurz erkl\u00e4rt: Wen Kiliani-Volksfest ist, gibts Sonntagsmorgens immer einen Fr\u00fchschoppen mit Amateurboxen, was eine echt gelungene und coole Veranstaltung ist. Und warum? Weil die Kickers-Boxabteilung antritt? Richtig! So, und nach dem Ausflug in den Sport hab ich dann gemerkt, da\u00df es Zeit wird aufzubrechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach drei N\u00e4chten im Mobil Home und einem ersten Mai ging es heute wieder auf die Strecke und der Rucksack war ein wenig schwerer wie gedacht. Wie schnell man sich der Last doch wieder entw\u00f6hnen kann. 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