{"id":579,"date":"2016-04-29T14:11:43","date_gmt":"2016-04-29T12:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=579"},"modified":"2016-04-29T14:11:43","modified_gmt":"2016-04-29T12:11:43","slug":"23-etappe-thann-bellemagny","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=579","title":{"rendered":"23. Etappe: Thann &#8211; Bellemagny"},"content":{"rendered":"<p>Das erste Mal werde ich wach, liege rum, orientiere mich und frage mich, was ich hier eigentlich tue? Ich bin seit gestern abend in meinem Hotelzimmer, weil es entschieden zu kalt ist im Stra\u00dfencafe zu sitzen und hab deutsches Fernsehen (Digitalisierung sei Dank) geguckt. Das h\u00e4tte ich irgendwie zuhause auch haben k\u00f6nnen. Ich bin echt unzufrieden und will jetzt W\u00e4rme und auf der Stra\u00dfe, auf dem Campingplatz, im Cafe oder wo sein, aber nicht in einem Hotelzimmer. Dabei ist das Zimmer gar nicht so \u00fcbel und der gestrige Tag war ja auch nicht schlecht, also rei\u00df ich mich mal zusammen und gehe fr\u00fchst\u00fccken.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Wenn in Deutschland von einem Fr\u00fchst\u00fccksbuffet die Rede ist, geht es vorzugsweise um die Sortenvielfalt auf der Wurst- und K\u00e4seplatte, sowie dem unvermeidbaren Lachs, in edleren H\u00e4usern findet sich auf der Fischseite schonmal Rollmops oder Bratheringshappen (for the day after). In Frankreich geht es stattdessen um eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Auswahl an Mehlspeisen. Kuchen aller Art oder Crepesbeutelchen mit Apfel gef\u00fcllt und Pfannkuchen. Auch lecker, aber ich bin auf Kuchen eher nachmittags konditioniert, nicht in aller Herrgottsfr\u00fche. Hilft aber nichts, weshalb ich mal was ausprobiere und ab heute ein Fan dieser Crepesbeutelchen bin. Echt lecker.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDann gehts bei Sonnenschein und guter Fernsicht weiter Richtung Westen und ich habe einige tolle Blicke in die Schweizer Alpen. Berge, also richtige Berge, haben einfach etwas Erhabenes, haben etwas ganz Gro\u00dfes, was mich immer wieder beeindruckt und den Tag mit dem Blick in die Berge beginnen zu k\u00f6nnen, vertreibt Kummer und Sorgen. Ich ziehe dann weiter, zwischendurch graupelts und die Wege werden immer schlammiger. Als ich dann auch noch durch einen Abschnitt komme, wo es Schneebruch wie bl\u00f6d gegeben hat, den aber auch noch niemand beiseite ger\u00e4umt hat, damit ich da durch kann, wirds echt abenteuerlich. Unter Baumst\u00e4mmen durch, \u00fcber Baumst\u00e4mme dr\u00fcber, um Baumst\u00e4mme herum und \u00fcberall Schlamm und aufgeweichter Boden. Ich sehe schnell aus, als ob ich in Tarnfleck unterwegs bin, weil ein Teil des Weges an meinen Klamotten klebt. Das hat er jetzt davon.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch hoffe, insbesondere nach der Schlammschlacht, ein wenig auf eine \u00e4hnlich coole Mittagspause wie gestern, was aber leider entt\u00e4uscht wird. Streckenf\u00fchrung und Landflucht leisten ganze Arbeit. Einen Ort mit Metzger und B\u00e4cker, aber nicht einer mehr mit Gastronomie. Was bleibt ist eine Pause in einer \u00fcberdachten Bushaltestelle und ein paar Schluck Wasser. Und irgendwann bin ich dann auch an meinem Ziel, das ich zusammen mit einem P\u00e4rchen aus VS erreiche, die seinen Geburtstag mit ein paar Tagen Jakobsweg feiern. Das Ziel heute ist das Benediktinerinnenkloster Bellemagny. Das Thema Kloster schreckt mich nach dem gelungenen Auftakt in St. Marc nicht mehr und so gehe ich das auch hier optimistisch an. Zun\u00e4chstmal stehen wir jedoch vor verschlossener T\u00fcr. Es ist gerade Messe. Also warten. Dann geht was und ich bekomme mein Zimmer zugewiesen. Einzelzimmer, WC und Waschbecken inklusive. Herz, was willst du mehr? Nun ja, da w\u00e4re noch&#8230; Nein, passt schon und f\u00fcr eine Nacht kann ich auch mit Tapeten, die sich von den W\u00e4nden l\u00f6sen und Spinnweben leben. Aber das Teil hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen. Aktuell leben in dem reichlich gro\u00dfen Komplex noch 15 Schwestern und eine wichtige Einnahmequelle sind die Renten der Schwestern im Ruhestand. Das alles erfahre ich nach dem Abendessen im Gespr\u00e4ch mit einer niederbayrischen Schwester, die es ins Elsa\u00df verschlagen hat. Es war insgesamt ein interessantes Gespr\u00e4ch bei dem auch klar wurde, da\u00df das Management der Immobilien und Einrichtungen schon die spirituelle Seite der Veranstaltung in den Hintergrund dr\u00e4ngt, eben weil es nicht nur um Geld, sondern auch um Nachwuchsgewinnung geht. Sonst ist n\u00e4mlich eh irgendwann Schlu\u00df, was f\u00fcr Senioren und Andersbegabte, die dort betreut werden, bestimmt auch doof w\u00e4re. Ich hatte n\u00e4mlich den Eindruck, da\u00df die sich da ganz wohl f\u00fchlen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAbendessen gabs um 18:30h, das Gespr\u00e4ch war um 20:00h vorbei, ich schreib das jetzt noch zuende und dann gehts in die Heia. Morgen gibt es n\u00e4mlich um 7:00h Fr\u00fchst\u00fcck, weil um 7:30h Andacht ist. Aber nicht f\u00fcr mich. Ich bin dann schon wieder unterwegs, weil mein Papa schon immer gesagt hat: &#8222;Ein ehrlicher Blick zum Himmel ist mehr wert als ein falsch Gebet.&#8220; In diesem Sinne den Frieden der Nacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste Mal werde ich wach, liege rum, orientiere mich und frage mich, was ich hier eigentlich tue? 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