{"id":551,"date":"2016-04-20T10:56:54","date_gmt":"2016-04-20T08:56:54","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=551"},"modified":"2016-04-20T13:06:35","modified_gmt":"2016-04-20T11:06:35","slug":"15-etappe-gengenbach-strassbourg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=551","title":{"rendered":"15. Etappe: Gengenbach &#8211; Stra\u00dfbourg"},"content":{"rendered":"<p>Die Fahne ist vorerst in Sicherheit. Ich habe sie au\u00dfer Landes geschafft und bin nun in Strasbourg, Frankreich. Ich schreibe vorerst in Sicherheit, weil die franz\u00f6sische Regierung nach wie vor den Ausnahmezustand aufrechterh\u00e4lt und damit wesentliche B\u00fcrgerrechte au\u00dfer Kraft gesetzt hat. Das ist einen Schritt weiter, als in der Heimat. Aber auch dort spitzen sich die Verh\u00e4ltnisse zu. Die Faschisten gewinnen an Zulauf und die nationalkonservativen Kreise bis hin zur rechten Sozialdemokratie versuchen diesen Zulauf zu stoppen, indem sie deren Politik machen. Die Repressionen werden gr\u00f6\u00dfer, weshalb ich vor nunmehr 14 Tagen los bin, getarnt als Jakobspilger &#8211; bei diesem harmlosen Katholizismus sind die Beh\u00f6rden weniger mi\u00dftrauisch &#8211; um die Fahne der Organisation, die uns so viel bedeutet, in Sicherheit zu bringen&#8230;<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>\u00dcberrascht? Mir geht es seit Tagen durch den Kopf und hat sich durch die gestern erlebten Milit\u00e4rpatrouillen mitten im Kneipenviertel noch verst\u00e4rkt, da\u00df es durchaus historische Parallelen zwischen der politischen Situation heute und den beginnenden 30er Jahren gibt. Und &#8211; so der Gedanke &#8211; vielleicht kann ein historischer Roman helfen, diese Parallelen aufzuzeigen und zu sensibilisieren. Der Plot w\u00e4re in etwa der, da\u00df ein junger Sozialist von seinem kleinen Zirkel den Auftrag erh\u00e4lt die Fahne au\u00dfer Landes zu schaffen und sich selber in Sicherheit zu bringen. Er w\u00e4hlt die Tarnung als Jakobspilger und wandert so durch Deutschland, Frankreich und Spanien. Dabei erlebt er dann so dies und das&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnabh\u00e4ngig von dieser Idee, bin ich nat\u00fcrlich weiter unterwegs und gestern von Gengenbach \u00fcber Offenburg und Kehl nach Stra\u00dfburg gereist. Die Sonne schien und ich wollte, da\u00df es ein sch\u00f6ner Tag wird, was bei einem 40km-Marsch nicht durchg\u00e4ngig der Fall gewesen w\u00e4re. Hinzu kamen Telekommunikationsprobleme, die einen Besuch im Telekomladen n\u00f6tig machten, was der einzige Wehmutstropfen an diesem Tag bleiben sollte. Also mit dem Zug nach Offenburg und rein in die Stadt, in der just an diesem Tag auch Wochenmarkt war, der alles bot, was Baden zu bieten hat. Viele St\u00e4nde mit regionalem Gem\u00fcse, Wurst und Fleisch, K\u00e4sedealer aus dem benachbarten Elsa\u00df. Herrlich, aber wo ist der bl\u00f6de Telekomladen? Die Problematik dieser L\u00e4den hat ja zwei Dimensionen. Einerseits besteht die Kundschaft in ihrer Mehrheit nicht aus den hellsten Lichtern am Baum, um das mal so zu sagen und andererseits stellt auch die Telekom nicht ihre erste Reihe in die L\u00e4den. In der Regel gibt es aber einen oder eine MitarbeiterIn, die ihr Gesch\u00e4ft versteht. Auf die wird man dann auch von der Deko (so nenn ich mal die Kollegen, die nicht sooo firm sind) verwiesen und dann hei\u00dft es warten. Die Combo, die die Fachkraft vor mir belegte, war so prototypisch wie nur was. Der 65-j\u00e4hrige junggebliebene Sohn will seinem 85-j\u00e4hrigen Vater mal was Gutes tun und ein seniorentaugliches Handy an den Mann bringen. Nun wei\u00df er auch schon dies und das, will vor seinem Papa auch gut dastehen und stellt die ganze Zeit unn\u00f6tige Fragen. Die Fachkraft, ein Stoiker mit mordsm\u00e4\u00dfig vielen Qualifizierungen in Sachen Kundenbetreuung und schwierige Gespr\u00e4che, leicht gemacht, bleibt h\u00f6flich, was das Procedere weiter in die L\u00e4nge zieht. Irgendwann ist es geschafft und ich kann mein Problem vortragen. Die Sprachqualit\u00e4t von meinem Outdoorsmartphone ist n\u00e4mlich bei schwachem Signal mehr als bescheiden, was aber nicht am Signal liegen kann, sondern an der Auslegung des Ger\u00e4ts. Sagt der Fachmann. Er hat eine L\u00f6sung und ich jetzt ein bluetooth-headset, das auch bei mir albern aussieht, weshalb ich das wohl nur in geschlossenen R\u00e4umen alleine verwenden werde.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNachdem ich dann noch ein wenig durchs St\u00e4dtchen bin, gings nach Kehl. Ich liebe diese Gegenden von Saarbr\u00fccken bis Freiburg, wo die N\u00e4he zu Frankreich schon zu sp\u00fcren ist und damit auch eine gewisse Leichtigkeit Einzug gehalten hat. Die Pfalz, ja ok. Das w\u00e4re dann eine Ausnahme, aber ansonsten sehe ich das schon so. In Kehl gings dann auf Schusters Rappen weiter und ich bin tats\u00e4chlich \u00fcber den Rhein gegangen &#8211; auf einer Br\u00fccke, nicht das es hier Verwechslungen gibt &#8211; und weile nun in Frankreich. Nach gut zwei Stunden durch die Stra\u00dfburger Peripherie war ich dann auch in der Unterkunft. Einchecken, stadtfein machen und ab. Schuhwerk waren \u00fcbrigens diesmal nicht die Crogs, sondern die gewienerten Trekkingschuhe. Eine sch\u00f6ne, wuselige, vielschichtige Stadt, die zu erkunden sich lohnt. Das habe ich gestern abend schon ausf\u00fchrlich getan und wenn ich mein petit dejeuner beendet habe, werde ich das auch heute wieder machen. Durch die Stadt streifen und sie erleben. Dabei st\u00f6rend sind wirklich die Milit\u00e4rpatrouillen mit all ihrer Bewaffnung und ihrem Auftreten. Ich bin gespannt, wie sich das weiter im Landesinneren darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fahne ist vorerst in Sicherheit. Ich habe sie au\u00dfer Landes geschafft und bin nun in Strasbourg, Frankreich. 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