{"id":529,"date":"2016-04-17T21:15:12","date_gmt":"2016-04-17T19:15:12","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=529"},"modified":"2016-04-17T21:15:12","modified_gmt":"2016-04-17T19:15:12","slug":"11-etappe-schenkenzell-wolfach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=529","title":{"rendered":"11. Etappe: Schenkenzell &#8211; Wolfach"},"content":{"rendered":"<p>Regen. Von Landschaft keine Spur und alle Gegend liegt im Nebel. Das ist nun der erste Tag, der so losgeht. Und obwohl ich einiges \u00fcber diese Herausforderung gelesen habe und vom Schweinehund wei\u00df, den es zu besiegen gilt,  stellt sich kein innerer Kampf ein. Das wird schon noch kommen, aber heute bin ich einfach losgelaufen. Das kann damit zutun haben, da\u00df ich mit der Frau Vermieterin noch ein kurzes Gespr\u00e4ch hatte. Daraus habe ich das Gef\u00fchl hmitgenommen, da\u00df ich als dieser Wandervogel ganz viel Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr die Tr\u00e4ume dieser Vermieter, der Leute in den Stempelstellen oder der Leute in Apotheken oder Tourist Offices biete. Und da mu\u00df schon was anderes passieren, als ein Drecksregen, da\u00df ich die entt\u00e4usche.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch stapfe also vorzugsweise bergauf, durch diese wirklich erlebenswerte Schwarzwaldlandschaft und gr\u00fcbel vor mich hin. Und mu\u00df an einen lieben Studienkollegen denken, der dem Taxifahrer auf die Frage, wo es denn hingehen solle, antwortete, da\u00df das doch egal sei, schlie\u00dflich werde man doch \u00fcberall gebraucht. Und was mach ich? Ich gehe zu Fu\u00df durch Westeuropa. Wer braucht das? Ich? Brauchen hat sowas Zweckgebundenes und das ist dieses halbe Jahr bestimmt nicht. Ich will es einfach tun, auf meine Art und nicht nach irgendwelchen Regeln oder besser f\u00fcr irgendeinen Zweck.<br \/>\nVielleicht sollten wir nochmal dar\u00fcber nachdenken, da\u00df es leider mittlerweile fast inakzeptabel ist, zu sagen, da\u00df man keine Lust auf oder eben Lust auf etwas hat. Die \u00d6konomisierung der Lebenswelten hat aus der Lust, diesem nicht rationalisierbaren Spa\u00df an einer Sache, etwas Minderwertiges gemacht, was wir nicht hinnehmen sollten. Klingt ein wenig nach Alt68, ist aber deshalb ja nicht doof. Sich selber und das eigene Wollen viel ernster zu nehmen, hat ja auch f\u00fcr einen demn\u00e4chst 50-J\u00e4hrigen und einem tats\u00e4chlich \u00fcberschaubarer werdenden Lebenszeitraum, einen anderen Stellenwert als f\u00fcr ein verzogenes Teenagerbalg aus der Zentralheizungsecke.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNeben solch tiefsch\u00fcrfenden Gedanken nervt mich das Nichtvorhandensein von Schutzh\u00fctten und B\u00e4nken, der Regen und die, sich widersprechenden,\u00fc Kilometerangaben auf den Schildern. Und dann steige ich von oben in das kleine \u00d6rtchen St. Roman ab und stehe vor einer vier-Sterne-Butze und geh da einfach mal rein, weil mehr als wieder rausschmei\u00dfen k\u00f6nnen sie mich ja nicht. Aber ich werde freundlich aufgenommen und kann mich und meinen nassen Kram sch\u00f6n ausbreiten, damit der auch abtrocknen kann. Dann kommt eine selbstgemachte Gulaschsuppe, die mich w\u00e4rmt und freut, da\u00df sowas f\u00fcr 5,90Euro eben doch zu machen ist und diese ganze Convenience-ist-g\u00fcnstiger Debatte einfach nur erstunken und erlogen ist. Nachdem ich barfu\u00df &#8211; Schuhe und Socken waren ja zum Trocknen ausgezogen unterm Tisch gelegen. NEIN, die Socken hingen nicht \u00fcber eine Stuhllehne &#8211; das Kuchenbuffet inspizieren konnte, gabs auch noch nen ofenwarmen Zupfkuchen, weil die Kaffeezeit ja erst losging. Herrlich.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnd dann gings auch weiter wieder an die Kinzig, nach Wolfach, ehem. Kreisstadt nun wieder mit Nostalgienummernschild. Warum die Leute den Aufwand treiben, erschlie\u00dft sich mir nicht. Ist das die automobile Anschlu\u00dff\u00e4higkeit an eine Wiederentdeckung des Regionalen? Oder was? Egal. Ich laufe also in die Stadt ein und was sieht mein Auge durch die regenbeschlagene Brille? Einen portugiesischen Spezialit\u00e4tenladen. Ich also rein und nach Sagres (sprich Sagresch. Portugiesisch immer zischen) gefragt. Und tas\u00e4chlich eine eiskalte 0,2 Flasche Sagres in die Hand gedr\u00fcckt bekommen. Ist das sch\u00f6n? Sicher ist das sch\u00f6n. Ansonsten ist Wolfach ganz nett anzuschauen und ich war gut unter. Aber dem St\u00e4dtchen war durchaus anzumerken, da\u00df das touristische Konzept fr\u00fcherer Tage nicht mehr funktioniert. Das begleitet mich nun schon ein paar Tage, da\u00df dieser Schwarzwald irgendwie aus der Zeit gefallen ist. Da mu\u00df sich zumindest touristisch einiges bewegen und zwar in G\u00e4nze und nicht mit dem wenig zielf\u00fchrenden Aneinanderreihen tourismuswirtschaftlicher Abschlu\u00dfarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regen. Von Landschaft keine Spur und alle Gegend liegt im Nebel. Das ist nun der erste Tag, der so losgeht. 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