{"id":518,"date":"2016-04-15T22:00:35","date_gmt":"2016-04-15T20:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=518"},"modified":"2016-04-15T22:00:35","modified_gmt":"2016-04-15T20:00:35","slug":"9-etappe-horb-lossburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-richtige-im-falschen.de\/?p=518","title":{"rendered":"9. Etappe: Horb &#8211; Lo\u00dfburg"},"content":{"rendered":"<p>Am Rexroth-Werk vorbei ging es hoch \u00fcberm Tal der Neckar raus aus der Stadt Richtung Lo\u00dfburg an der Kinzig, also deutlich tiefer rein in den Schwarzwald, den es zu \u00fcberwinden galt. Und angesichts des netten Fr\u00fchst\u00fccks erschien mir das auch kein unm\u00f6gliches Unterfangen. Au\u00dferdem hatte ich, keine viertel Stunde nachdem ich losgegangen bin, den ersten Co-Wanderer, der mich ein St\u00fcck des Weges begleitet hat. Ein Altersteilzeitler aus einem Industriebetrieb im Neckartal. Nun ja, Themen waren schnell gefunden, insbesondere mit dem Rexroth-Werk vor Augen und so ging es munter hin und her. Zwischendurch haben wir auch \u00fcbers Streckenwandern gesprochen und eigentlich war es ganz nett. Aber &#8211; ich will es nicht verschweigen &#8211; ich war dann auch froh, als sich unsere Wege wieder trennten. Zuviel Industriedeutsch, zuviel Leistungsorientierung (Wieviel Kilometer? Welches Zelt? Und all sowas). Derzeit bin ich echt froh den ganzen Tag allein f\u00fcr mich zu haben und quasi ohne Struktur mal jedem Gedanken nachsp\u00fcren zu k\u00f6nne. Ohne an einer Argumentation zu arbeiten, sondern es spannend zu finden, wenn es in einem Moment um das und im anderen Moment um das andere geht.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Naja, bei einem solchen Gedankensprudel ist das passiert, was zu erwarten war: Ich habe dann auch prompt den falschen Abzweig erwischt und mich verfranzt. Statt rechtsrum bin ich linksrum in Lo\u00dfburg angekommen, was ja nun kein Beinbruch, sondern nur deutlich mehr Teerstrecke als gewollt, bedeutet.<br \/>\nApropos Teerstrecke. Das Zeug zu Fu\u00df unter die Schuhe nehmen zu m\u00fcssen, ist nach ein paar Kilometern die H\u00f6lle und warum die BaW\u00fcler jeden Feldweg geteert haben, wird mir ein ewiges R\u00e4tsel bleiben. Ich vermute erstens, da\u00df es deren Ordnungssinn entgegenkommt, zweitens da\u00df es kommunalpolitischen Status schafft, wenn alles geteert ist und drittens, wird hier Landwirtschaft noch mit schwerem Ger\u00e4t betrieben. Wer mehr wei\u00df, kann sich ja melden.<br \/>\nIrgendwann bin ich dann in Lo\u00dfburg angekommen und erreiche vorbei am bundeslandtypischen weltmarktf\u00fchrenden Mittelst\u00e4ndler (Arburg, Spritzgu\u00dfmaschinen) meine Unterkunft. Uralte Kneipe, neues G\u00e4stehaus (belegt durch Vertriebler von Arburg auf Homebase-Besuch und Lieferanten-Vertriebler und diesen wahrscheinlich mittlerweile etwas st\u00e4rker m\u00fcffelnden Mertens) und \u00fcberall das Ambiente von Familienbetrieb.<br \/>\nNach der notwendigen Relaxing-Phase auf dem Zimmer bin ich also r\u00fcber in den Gasthof.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNach dem kritischen Mustern durch die Wirtin (klar. Kein business casual, sondern outdoor-klamotten und crogs) und einer Charmeoffensive meinerseits, war die Bahn f\u00fcr einen interessanten Abend geebnet. Kulinarisch ging es um zweierlei. Einerseits wollte ich wissen, wann es denn endlich losgeht mit der badischen K\u00fcche? Horb am Neckar geh\u00f6rt beispielsweise historisch zu W\u00fcrrtemberg, aktuell aber zum Regierungsbezirk Karlsruhe. Da bin ich heute &#8211; dachte ich &#8211; im Landkreis Freudenstadt schon auf dem richtigen Weg, aber weit gefehlt. Die Linsen\/Sp\u00e4tzle\/Saitling und Maultaschen-Grenze verl\u00e4uft anders als gedacht. Es gab aber schon badische Gew\u00e4chse auf der Karte, die mich durchaus angesprochen haben. Also das Gespr\u00e4ch in die zweite Richtung (regionale Landwirtschaft, saisonale Produkte, artgerechte Tierhaltung, H\u00f6rner, slow food) gelenkt und echtes Gl\u00fcck gehabt. Eine H\u00fchnersuppe vorneweg und die Roulade als Hauptgang. Beides Sachen die sonst ja eher schwierig sind. Aber wenn die Wirtin den Koch quasi aus der K\u00fcche zerrt, um ihre Lieferquelle und seine FondsKochK\u00fcnste zu belegen und die Roulade auch den Anschein erweckt selbstgewickelt zu sein, ist die Welt doch in Ordnung. F\u00fcr mich war an dem Abend sch\u00f6n zu erleben, da\u00df es eben nicht nur T\u00fcbinger Bildungsb\u00fcrgerInnen, sondern eben auch die Leute auf dem Land sind, die das Lebensmittelthema weitertreiben, weil sie damit Identit\u00e4t, Alleinstellungsmerkmale und Kindheitserinnerung abrufen. Damit bin ich dann in die Heia, nicht ohne vorher noch Ideen zur Wiedernutzung des Tanzbodens, den die Kneipe hat, zu spinnen und schlu\u00dfendlich eingeschlafen bin ich mit dem Gedanken, da\u00df es sich mal wieder lohnen w\u00fcrde, Rouladen oder Gulasch einzukochen. Richtig im Weckglas haltbar machen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Rexroth-Werk vorbei ging es hoch \u00fcberm Tal der Neckar raus aus der Stadt Richtung Lo\u00dfburg an der Kinzig, also deutlich tiefer rein in den Schwarzwald, den es zu \u00fcberwinden galt. 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